Sonderausstellung Kunstmuseum

Where children sleepFotografien von James Mollison

In seiner Fotoserie Where Children Sleep zeigt James Mollison Schlafplätze von Kindern aus aller Welt. Er stellt ihnen die Porträts der dazugehörigen Mädchen und Jungen zur Seite, die etwa aus Brasilien, China, Indien, Israel, Mexiko, Nepal, dem Senegal oder den USA stammen. Jedes Bildpaar wird von einem kurzen Text begleitet, der einen Einblick in das Leben des Kindes gibt. So schläft Bilal, der beduinische Hirtenjunge, ganz selbstverständlich bei der Ziegenherde seines Vaters. Anders Kaya in Tokyo. Ihr Zimmer erinnert an das einer Prinzessin, denn ihre Mutter gibt jeden Monat 1000 Dollar für Kayas Kleider aus. Hang wiederum teilt sich in seiner Schule für die chinesische Kampfkunst des Shaolin den Schlafsaal mit 20 Mitschülern, während Ahkôhxet auf dem Boden einer Hütte mitten im Dschungel des Amazonasgebiets schläft. 

James Mollison, Jaime, New York, 9 Jahre, 2010, Fotography C-Print, Flatland Gallery (Utrecht, Paris)

Vor Jahren wurde Mollison angefragt, ein Bildkonzept zum Thema Kinderrechte zu entwickeln. Er erinnerte sich an sein eigenes Kinderzimmer, an das stolze Gefühl ein eigenes Reich zu haben und wie sehr dieses durch seine Interessen und die Kultur, in der er lebte, geprägt war. Schnell wurde ihm auch bewusst, wie privilegiert er im Vergleich zu anderen Kindern war. Seitdem versucht er auf seinen vielen Reisen Kinder zu treffen, ihre Schlaforte abzulichten und sich von ihren Leben erzählen zu lassen. Dabei leitet ihn der Wunsch, eine Begegnung mit den Porträtierten zu ermöglichen und gerade auch bei Kindern das Interesse für die Lebenssituation von Kindern in anderen Kulturen zu wecken. 

James Mollsion, Irkena, Kenia, 14 Jahre, 2010, Fotografie C-Print- Flatland Gallery (Utrecht, Paris)

James Mollison wurde 1973 in Kenia geboren und wuchs in England auf. Nach seinem Kunst- und Designstudium an der Oxford Brookes University sowie einem Film- und Fotografiestudium an der Newport School of Art and Design, übersiedelte er nach Italien. Seine Fotografien werden weltweit in Zeitungen und Zeitschriften veröffentlicht, unter anderem in Colors, The New York Times Magazine, im Guardian, in Paris Review, The New Yorker und Le Monde.

Wir danken James Mollison und der Flatland Gallery für die gute Zusammenarbeit!

Mein Kinderzimmer, wie ich es erinnere, war ein kleiner Raum mit schrägen Traufen unter dem Dach unserer Doppelhaushälfte in Oxford. Hier habe ich von fünf bis 19 Jahren geschlafen. Mein Zimmer war mein Königreich.“          
James Mollison 

Die Ausstellung Where Children Sleep berücksichtigt bewusst beide Bereiche des Edwin Scharff Museums, das Kunst- wie das Kindermuseum. Sie greift auch Aspekte der aktuellen Kinderausstellung Architektierisch. Bauten von Mensch und Tier auf, die sich mit Wohnbedingungen und Lebensbedürfnissen auseinandersetzt. Wir laden Sie herzlich ein, auch diese Aussttellung in unserem Museum zu besuchen. 

James Mollison, Dong, China, 9 Jahre, 2010, Fotografie C-Print, Flatland Gallery (Utrecht, Paris)