Sonderausstellung Kunstmuseum

ALBERT WEISGERBERMalerei

Ein vielversprechender Künstler der frühen Moderne lässt sich in dieser Ausstellung wiederentdecken: der Maler und Grafiker Albert Weisgerber (1878 – 1915). Fraglos zählt er zu den großen Talenten des frühen 20. Jahrhunderts. In St. Ingbert bei Saarbrücken geboren, erhält Weisgerber seine künstlerische Ausbildung in München, wo er in der Malklasse Franz von Stucks die Bekanntschaft von Wassily Kandinsky, Paul Klee und Hans Purrmann macht. Zudem zeichnet er für die Zeitschrift „Jugend“, in deren Auftrag er in den Jahren 1905-07 mehrfach nach Paris reist.

Albert Weisgerber, „Schlafende“, 1907, Ölf auf Leinwand, 79 x 71 cm, Albert Weisgerber Museum, Sankt Ingbert

Die Begegnung mit der Kunst eines Henri Matisse, Paul Cézanne, Edouard Manet oder Henri Toulouse-Lautrec zeigt sich in einem Malstil, der zwischen flüchtigen impressionistischen Schilderungen und einem im besten Sinne dekorativen Flächenstil changiert. Neben Porträts, Aktdarstellungen, Varieté- und Caféhaus-Szenen wendet sich Weisgerber ab 1909 auch religiösen Themen zu. Zugleich eröffnen ihm die Farbenkraft und Lebhaftigkeit des Expressionismus neue Ausdrucksmöglichkeiten. Die vielversprechende künstlerische Entwicklung bricht mit der Einberufung in den Ersten Weltkrieg abrupt ab. Albert Weisgerber fällt 1915 in Flandern.

Dem begabten Künstlerkollegen widmet Edwin Scharff 1915 ein Gedenkblatt. Beide Künstler waren 1913 Gründungsmitglieder der „Neuen Münchener Secession“, der etwa auch Klee und Jawlensky angehörten und deren erster Präsident Weisgerber war.

Die Ausstellung im Edwin Scharff Museum gibt mit 55 Gemälden einen repräsentativen
Überblick über das Schaffen des Künstlers. Sie wurde ermöglicht durch die großzügige Leihgabe der Albert Weisgerber-Stiftung, Museum St. Ingbert.


Titelfoto: Blick in die Ausstellung „Albert Weisgerber“. Foto: Edwin Scharff Museum, Nik Schölzel