Jacoba van Heemskerck – Landschaft Nr. 6

Vertiefung: Jacoba van Heemskerck und die Freimaurer

Schon bald nach der Phase der kristallinen Formensprache des Kubismus beginnt Jacoba van Heemskerck mit einer blockhafteren Gestaltung des Naturvorbildes. Sie baut ihre Landschaften aus Kuben, Rhomben und Rauten auf. In „Landschaft Nr. 6“ durschneiden in der linken Hälfte die vertikalen geradlinigen Stämme dreier Bäume wie Kompositionslinien das Bild vom oberen bis zum unteren Rand. Hausdächer und eine Mauer fügen sich zwischen diese ein. Auch Baumkronen und Berge sind mit ihren parallel gezogenen schwarzen Linien schematisiert dargestellt. Obwohl eher gedeckte Farben verwendet werden, findet auch in der Verteilung der Farbflächen auf der Leinwand eine Rhythmisierung des Bildes statt. Als hätte Jacoba van Heemskerck hier bereits gedanklich Glasarbeiten vor Augen gehabt, erinnern die schwarzen Linien an Bleiruten in ihren späteren Glaskunstfenstern.

© Kunsthalle Bielefeld
Sprecher: Doğa Gürer