Komposition Nr. 1: Kubismus in den Niederlanden

Die niederländische Kunst sollte Anschluss an die internationale Moderne finden. Um das zu schaffen, hatte der Künstler und Kunstkritiker Conrad Kickert im November 1910 den Moderne Kunstkring gegründet, der jährlich im Stedelijk Museum in Amsterdam einen Herbstsalon abhalten sollte. Auf der ersten Präsentation des Moderne Kunstkring im Herbst 1911 zeigte Kickert unter anderem Werke von Paul Cézanne und kubistische Arbeiten von Georges Braque und Pablo Picasso. Diese Präsentation war folgenreich, denn der Kubismus löste den Luminismus als Inbegriff der Moderne in den Niederlanden ab. Auch Jacoba van Heemskerck wendet sich in den folgenden Jahren dieser Stilrichtung zu. Anders als für Braque und Picasso bedeutet „Kubismus“ für sie jedoch nicht die Gleichzeitigkeit verschiedener Ansichten eines Gegenstandes auf der Fläche, sondern die rhythmische Durchgestaltung des gesamten Bildraumes.

© Kunsthalle Bielefeld
Sprecher: Doğa Gürer