Jacoba van Heemskerck – Komposition nach Glasfensterentwurf Nr. 17

Vertiefung: Die Glasfenster für die Marinekaserne und das GG/GD-Gebäude in Amsterdam

Ende August 1919 schickt Jacoba van Heemskerck ihre Glasfensterentwürfe mit den Nummern 17 bis 26 für eine Ausstellung in die Galerie „Der Sturm“ nach Berlin. Sie beschwört den Galeristen Herwarth Walden, die Zeichnungen nicht zu verkaufen, da sie diese gern Architekt*innen für Neubauten vorstellen möchte. Vor allem hofft sie, den Architekten Bruno Taut zu treffen, der auf der Werkbund-Ausstellung 1914 sein berühmtes Glashaus errichtet hat. Sie lernt den Fabrikanten Gottfried Heinersdorff kennen, der einige ihrer Entwürfe umsetzen wird, darunter die „Komposition nach Glasfensterentwurf Nr. 17“. In diesem Glasfenster greift sie das Motiv der Zugbrücke wieder auf, das sie bereits 1915 in einem Holzschnitt verwendet hat. Links und rechts ergänzt sie zwei Segelschiffe. Die gesamte Komposition ist streng gegliedert und fast geometrisch-abstrakt aufgebaut. Die Wahl der farbigen Gläser und ihre Farbzusammenstellung sind Jacoba van Heemskerck äußerst wichtig. Auch wägt sie sorgfältig ab, wo sie Bleistege verwendet und wo sie Linien mit Schwarzlot aufzeichnet.

© Kunsthalle Bielefeld
Sprecher: Doğa Gürer