Jacoba van Heemskerck -Kiefernwald

Vertiefung 1: Die spirituelle Dimension von „Kiefernwald“

Vertiefung 2: Jacoba van Heemskerck und Piet Mondrian

Neben dem Segelschiff ist der Baum ein zentrales Motiv im Schaffen von Jacoba van Heemskerck. Vor allem während ihrer jährlichen Sommeraufenthalte auf der Halbinsel Walcheren zeichnet sie in der Umgebung von Domburg Bäume, die sie anschließend in Gemälden ausarbeitet. „Kiefernwald“ von 1910 hat sie aus einem Spektrum von grünen und blauen Farbtupfern entwickelt, zwischen denen die Baumstämme als rötliche Linien leuchtend hervortreten.

In der Kunstakademie hatte sie gelernt, Menschen und Landschaften möglichst detailgetreu wiederzugegeben. Aber im Jahr 1908 hatte sie in einer Ausstellung eine neue Art der Darstellung gesehen, die sich „Luminismus“ nannte. Jacoba van Heemskerck war begeistert!

Diese Malerei orientierte sich an dem französischen „Pointillismus“: Künstler*innen setzten kleine Tupfer in reinen Farben nebeneinander auf die Leinwand, gleich einer prismatischen Zerlegung des Lichts. Erst im Auge des Betrachters sollten sich diese einzelnen Farben dann zusammenmischen und ein vollständiges Motiv und eine leuchtende Wirkung erzielen.

In den Niederlanden wurde diese analytisch angelegte Malweise durch einen gröberen Pinselduktus, also den Farbauftrag, und eine erweiterte Farbpalatte.

„Kiefernwald“ erweckt der Eindruck einer Abendstimmung, bei der im aufziehenden Dunkel das letzte Schimmern der Sonne noch auf den Baumstämmen sichtbar ist.

© Kunsthalle Bielefeld
Sprecher: Doğa Gürer