Jacoba van Heemskerck – Bild no. 46

Könnte dieses Bild ein Selbstporträt sein?

Im Januar 1916 reist Jacoba van Heemskerck nach Berlin, wo sie im Februar eine Ausstellung in der Galerie „Der Sturm“ eröffnen wird. Bei diesem Aufenthalt zeichnet sie Fische im Berliner Zoo, die sie später in Gemälde und Holzschnitte überführt.

In Bild no. 46 zeigt sie ein eigentlich im Dunkel des Meeres verborgenes buntes Universum. Prominent hat sie einen grünlich leuchtenden Rochen ins Zentrum gesetzt. Mit seinen roten Augen bahnt er sich einen Weg durch das Schwarz, angedeutet durch das blau schimmernde Licht vor und hinter ihm. Er schwimmt an anderen Meerestieren vorbei, die in ihrer Abstraktion undefinierbar bleiben.

Das Bild könnte sinnbildhaft für Jacoba van Heemskerck selbst stehen, die zu den verborgenen Geheimnissen des Lebens vordringen möchte.

© Kunsthalle Bielefeld
Sprecher: Doğa Gürer