Jacoba van Heemskerck – Bild no. 41

Vertiefung: Farbexperimente mit Willem Zeylmans van Emmichoven

In Bild no. 41 hat Jacoba van Heemskerck die strenge Geometrie von „Landschaft Nr. 6“ verlassen. Noch immer formen schwarze Linien die Baumstämme und Zweige, doch wirken sie hier freier, an ein bis zwei Stellen sogar verspielt. Auch ist Jacoba van Heemskerck zu einem intensiven Kolorit, also eher kräftigen Farben, zurückgekehrt. Zwischen den Baumkronen sieht man den blauen Himmel. Ist das weiße Dreieck, das bis zur Bildmitte reicht, ein Weg? Meint der gelb leuchtende Hintergrund Sanddünen? Oder gehört er auch zum Himmel? Was bedeuten die von schwarzen Konturen eingefassten hellgrauen Formen, was der hellgraue Halbkreis? Formen und Farben entfernen sich zunehmend vom Naturvorbild und werden selbständig. Sie sind Teil der Gesamtkomposition, die bei der Betrachtung eine bestimmte Stimmung hervorrufen soll. Erinnert das Licht in „Kiefernwald“ noch an die sinkende Abendsonne, wird die Natur auf diesem Bild von einem mystischen Leuchten durchströmt, dessen Quelle nicht zu erkennen ist.

© Kunsthalle Bielefeld
Sprecher: Doğa Gürer