Bild no. 41: Farbexperimente mit Willem Zeylmans van Emmichoven

Im Jahr 1916 lernt Jacoba van Heemskerck Willem Zeylmans van Emmichoven kennen. Er studiert Medizin und interessiert sich für Kunst. Sie macht ihn auf die Schriften Rudolf Steiners aufmerksam, was für ihn eine Art Erweckungserlebnis darstellt. Beide beginnen, sich intensiv mit der psychologischen Wirkkraft von Farben auseinanderzusetzen. Gemeinsam führen sie Experimente zur Wirkung von Farben auf Betrachter*innen durch. In diesen setzen sie vermutlich eine von William Stern erarbeitete so genannte Klopfmethode ein: Das rhythmische Klopfen der Probanden als Reaktion auf Farben sollte einem „psychischen Tempo“ und Erregungszustand entsprechen. Die Ergebnisse fließen in die Doktorarbeit von Willem Zeylmans van Emmichoven ein, die er Jacoba van Heemskerck widmet. Bezogen auf die Kunst schreibt er:

„Während eine Farbe einen geistigen Wert besitzt, bewirken mehrere Farben nebeneinander einen geistigen Prozess, sei es einen Konflikt oder eine Harmonie. Das Studium dieser Prozesse und deren Lösung ist nunmehr eines der Hauptziele der wirklich neuen Kunst.“

© Kunsthalle Bielefeld
Sprecher: Doğa Gürer