Jacoba van Heemskerck – Bild no. 18

Was ist auf diesem Bild zu sehen? Es sind ganz harte, kantige Formen, finden Sie nicht? Und gleichzeitig scheint das Bild auch eine Landschaft darzustellen.

„Bild no. 18“ wurde im Jahr 1915 gemalt. Also während des Ersten Weltkriegs. Es zeigt streng rhythmisch aufgereihte schwarz-weiße Segelschiffe vor einer grauen Bergkette, hinter der der Himmel orange-gelb glüht. Nur ein Schiff besetzt die Mitte der Bucht, die vorne von Felsformationen mit etwas Grün begrenzt wird. Stellen Sie sich einmal vor, Sie wären auf diesem Schiff in der Mitte. Wie fühlen Sie sich?

Beengt, geradezu klaustrophobisch ist das Setting. Still und regungslos verharren alle Schiffe an ihrer Position. Vielleicht spiegeln sie das Ausharren und sehnsüchtige Erwarten des Kriegsendes der neutralen Niederlande wider.

Jacoba van Heemskerck hat hier in der strengen Komposition aus Dreiecken, Horizontalen, Vertikalen und wenigen runden Formen den Zustand ihres Landes festgehalten. Genauso wie ihr eigenes Empfinden und das vieler Sturm-Künstler*innen, deren (revolutionäre) Kräfte in diesen Jahren fast zu einem Stillstand kamen.

© Kunsthalle Bielefeld
Sprecher: Doğa Gürer