Junge Pferde! Junge Pferde! Kunst auf dem Sprung ins 20. Jahrhundert

8. September bis 25. November

Skizze einer Kunstreiterin beim Voltigieren, 1919

Zum 125. Geburtstag von Edwin Scharff

Edwin Scharffs Vorliebe für das Motiv ‚Pferd‘ bildet den Anlass zu dieser Ausstellung. Sie zeigt, dass Scharffs intensive Beschäftigung mit diesem Leitmotiv keine nur individuelle Passion ist. Vielmehr steigt das Pferd in den Jahren nach der Jahrhundertwende bis etwa 1920 als existentielle Metapher zu großer Bedeutung auf. Zunächst neoklassizistisch idealisiert, nehmen es die Künstler im Umkreis des Blauen Reiter als Sinnbild des reinen, mit der Schöpfung verbundenen Wesens. Bei den Brücke-Künstlern dagegen wird das Pferd als ein der Natur entfremdetes Wesen vorgeführt wird, das im Zirkus dem Amüsement der Stadtbewohner dient. Das überwältigende Erlebnis des Ersten Weltkriegs schließlich läßt die Künstler in ihrer Sprachlosigkeit wiederum auf Metaphern zurück. So ist es erneut das Pferd, das nun als gequälte Kreatur das Erlebte zu spiegeln vermag.